Raketentruppen
1962 wurden bei den Landstreitkräften der NVA Formationen mit taktischen und operativ-taktischen Raketen ausgerüstet. Es entstand eine erweiterte Waffengattung: die Raketentruppen/ Artillerie - welche die Hauptfeuerkraft der NVA bildete. Die Raketentruppen verfügten nicht über nukleare Gefechtsköpfe.
Unter dem Kommando eines Militärbezirkes gab es jeweils eine Raketenbrigade, die mit operativ-taktischen Raketen (OTR) ausgerüstet wurde. Sie hatten folgende Raketensysteme im Bestand:
| Rakete | Reichweite (in km) | Startrampe |
| 8K11 | 170 | 8U218 |
| 8K14 | 300 | 2P19 |
| 8K14 | 300 | 9P117 |
| 9K714 | 400 | 9P71 |
Höhepunkt der Ausbildung waren stets die Gefechtsstarts vom Staatspolygon Kapustin Jar. Insgesamt startete die NVA 96 OTR.
Bereits am 10.08.1963 konnte die Einheit von Hauptmann Wittig die hohe Gefechtsbereitschaft beim ersten Gefechtsstart in Kapustin Jar unter Beweis stellen. Der erste und letzte Start einer 9M714 "Oka" wurde am 31.08.1987 realisiert.
Im Bestand der Divisionen gab es die Raketenabteilungen, die über taktische Raketen verfügten. Es gab nachstehende Systeme:
| Rakete | Reichweite (in km) | Startrampe |
| "Luna" | 32...45 | 2P16 |
| "Luna-M" | 67 | 9P113 |
| "Totschka" | 70 | 9P129 |
Seit 1965 erfolgten 211 Gefechtsstarts taktischer Raketen auf Truppenübungsplätzen in der DDR, z.B. in der Letzlinger Heide.