sowjetischer Ministerratsbeschluss Nr. 1017-419ss vom 13. Mai 1946
Am 16. April 1946 starteten die USA erstmals eine V2 in der Wüste von New Mexico. Das führte in den Abendstunden des 29. April zu einer Sitzung bei Stalin, deren Ergebnis im Ministerratsbeschluss Nr. 1017-419ss vom 13. Mai 1946 seinen Ausdruck fand. Dieser geheime Ministerratsbeschluss hob den sowjetischen Militär-Industrie-Komplex auf eine neue Stufe.
Unter Leitung von Malenkow, der ein Monat zuvor in das Politbüro der KPdSU aufstieg, wurde ein Sonderkomitee, das alle Arbeiten bzgl. der Raketentechnik koordinierte, gebildet. Aufgrund der Komplexität einer Rakete war und ist ein gewaltiger materieller, personeller und finanzieller Aufwand notwendig. So musste allein für das sowjetische Reengineering der V2 die Produktion von 63 Werken unter Leitung 16 verschiedener Ministerien koordiniert werden.
Fast alle damals geschaffenen Betriebe und Institute existieren noch heute, wenn auch unter anderem Namen.
Mit dem Beschluss vom 13. Mai 1946 wurde auch der Grundstock für die erste sowjetische Raketenbrigade gelegt, die im darauffolgenden Monat in Thüringen formiert wurde. Gleiches gilt für den Raketenstartplatz in Kapustin Jar.
Die Umsiedlung deutscher Spezialisten in die Sowjetunion wurde damals ebenfalls vom Ministerrat beschlossen. Prominentester deutscher Vertreter war Helmut Gröttrup, der bereits in Peenemünde als Abteilungsleiter für Mess- und Steuerungstechnik direkt mit Wernher von Braun zusammenarbeitete.