Doppelbeschluss der NATO

Am 12. Dezember 1979 unterzeichneten die Außen- und Verteidigungsminister der NATO-Mitgliedstaaten in Brüssel den Nato-Doppelbeschluss. Auf Basis dieses Beschlusses führten die USA neue Mittelstreckenwaffen in Europa ein– 464 Cruise Missiles und 108 Pershing-2. Zielrichtung war folgende:

"Bei Mittelstreckenwaffen muss ein Potential verfügbar sein, das es dem Bündnis ermöglicht, die Strategie der Flexiblen Reaktion unter den strategischen Bedingungen der achtziger Jahre aufrechtzuerhalten.
Die Bündnissolidarität, das Eintreten aller Partner für die politische und strategische Einheit der Allianz, die Bereitschaft gleiche Lasten und Risiken zu tragen, die Bereitschaft zu breiter Teilhabe, dies alles ist bei der Entscheidung, die nuklearen Kräfte in und für Europa zu modernisieren, auf eine hervorragende Weise gefordert."
[BMdVg 129]

Den Startschuss zu dieser Entwicklung gab bereits 1974 der stellvertretende Verteidigungsminister der USA mit Entscheidungen zur Entwicklung der Pershing-2. Als die Sowjetunion 1976 begann, stetig ihre SS-20-Startrampen in Bjelorussland und der Nordukraine zu stationieren, sollte das nach Maßgabe auch bundesdeutscher Politiker der eigentliche Grund für den Nato-Doppelbeschluss sein.
In der Tat gab es bei den SS-20-Raketen eine folgenschwere Entwicklung:

1976: 18,
1977: 51,
1978: 99 und schließlich
1979: 152 Startrampen.

Erst 1987 wurde es mit dem INF-Vertrag möglich, dem beiderseitigen Wahnsinn ein Ende zu setzen.

Quelle:
[BMdVg 129]
Bundesminister der Verteidigung: Weißbuch 1979, Zur Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland und zur Entwicklung der Bundeswehr,
Bonn 1979, S. 129